Selbstverteidigung für Frauen und Männer

Wird man nicht angegriffen, gibt es auch keine Notwendigkeit, sich zu verteidigen. Wenn immer man kann, gilt es, gefährlichen Situationen möglichst aus dem Weg zu gehen oder sie zu entschärfen. Auch sind unwirksame Angriffe, wie etwa solche aus zu großer Entfernung, kein echtes Problem. Ist man aber Ziel eines ernst gemeinten Angriffs, wie kann man sich dann schützen? Indem man einen Angriff nach dem anderen abwehrt, ohne den Angreifer zu verletzen? Wie lange kann man diese Taktik tatsächlich durchhalten? Einen Angriff, zwei, zehn? Sobald man einen schweren Schlag oder Tritt nicht rechtzeitig kontrolliert, kann er fatale Folgen haben. Ähnliches gilt für den Ansatz, den Gegner mit ausgeklügelten Griffen unter Kontrolle bekommen zu wollen. In einem echten Kampf geht alles sehr schnell, die Geschicklichkeit, Beweglichkeit und Kraft des Gegners sind schwer einzuschätzen, und das Risiko getroffen zu werden ist erheblich, wenn man gegen gezielte Schläge nur Kontrollgriffe einsetzt. Daher setzt Ving Tsun darauf, den Gegner so schnell wie möglich kampfunfähig zu machen. Das bedeutet, daß man selbst im Verlauf des Kampfes, am besten bei einer günstigen Gelegenheit, angreifen muß. Es ist ganz normal, diesbezüglich Hemmungen zu haben. Aber schließlich respektiert einen der Angreifer ganz und gar nicht. Warum also sollte man ihn respektieren? Im realen, regellosen Kampf gelten andere Gesetze als beispielsweise im Ring. Alles ist erlaubt, das Verhalten des Gegners ist nicht vorherzusagen, und übrigens: der Angreifer wird die Distanz schon überwinden, wenn er es ernst meint!